61. Treffpunkt Radio: Im Zweifel für die Sache - BILD
Förderung für Privatsender
Wien (KRO - 04.02.2010 12:39 Uhr) 5 Millionen Euro pro Jahr für kommerzielle Radio- und
Fernsehstationen - das hat die Bundesregierung 2009 beschlossen.
Bisher wurde das Geld allerdings nicht ausgeschüttet, da das Okay der
EU noch fehlte. Nun sollen endlich alle Privatsender profitieren, die
Förderbeiträge werden in den nächsten Jahren schrittweise weiter
erhöht. Nach welchen Kriterien könnte die Förderung vergeben werden?
Das wurde gestern bei einem sehr gut besuchten 61. Treffpunkt Radio
im Wiener Innenstadtlokal Ottimo diskutiert.
"Privatsender sind wichtige Elemente für die Medienvielfalt, die
sich nicht ausschließlich mit Werbung finanzieren können", eröffnete
Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Rundfunk der
RTR-GmbH, den Abend und stellte die durchwegs schwierige Situation
der privaten Fernseh- und Radiostationen dar.
Auch bei der Förderung müsse man auf die Größe der Sender achten,
so Grinschgl: "Die technische Reichweite ist wichtig. Wieviele kann
ein TV- oder Radio-Sender erreichen? Bei den Nischenprogrammen muss
man erst schauen, welche Förderprogramme in Frage kommen."
Herausforderung für den Fachbeirat
"Wir machen das zum ersten Mal", räumt Cornelia Breuß, Mitglied
des für die Förderungen zuständigen Fachbeirats, ein. "Jede Person im
Fachbeirat hat ihr eigenes Steckenpferd, also Schwerpunkte, die den
Personen wichtig sind", erklärte Breuß auf die Frage, wie der
Fachbeirat entscheiden werde.
Die Förderung ist kein Allheilmittel. Es ist eine Unterstützung
für Sender, die u.a. "kreative, innovative und identitätsstiftende"
Programme ausstrahlen. Was förderungswürdig ist, wird sich in den
kommenden Monaten entscheiden. Cornelia Breuß gibt offen zu: "Eine
Förderung wird den Laden nicht retten, wenn der Laden nicht läuft."
Nachdem man bei den Zuschauerfragen doch eine gewisse Skepsis über
die Vergabe der Förderungen heraushören konnte, schloss Alfred
Grinschgl mit den Worten: "In dubio pro reo - als Jurist will ich das
sagen." Im Zweifel wird sich die RTR-GmbH also für die Sache
entscheiden.
Zu den Vortragenden
Mag. Cornelia Breuß ist Mitglied des zuständigen Fachbeirats. Sie
arbeitet als Pressereferentin der Arbeiterkammer Wien. Die
Vorarlbergerin studierte Internationale Betriebswirtschaft und
arbeitete unter anderem als Beraterin für Kommunikationsagenturen in
Wien und Berlin.
Dr. Alfred Grinschgl ist Geschäftsführer des Fachbereichs Rundfunk
der RTR-GmbH und für die Medienförderung zuständig. Der steirer
Jurist arbeitete als Redakteur und Geschäftsführer in verschiedenen
Bereichen der heutigen Styria Medien AG und war unter anderem
Gründungsgeschäftsführer von "Antenne Steiermark".
Treffpunkt Radio immer am ersten Mittwoch des Monats
"Treffpunkt Radio im Ottimo" ist der Treffpunkt für
Redakteurinnen, Moderatoren und Producerinnen aus der
österreichischen Radiolandschaft, für PR-Verantwortliche aus
Agenturen und Unternehmen sowie für all jene, die an Österreichs
Radiolandschaft interessiert sind. Treffpunkt Radio ist eine
Initiative der Mödlinger Radio-Service-Agentur Putz & Stingl, dem
Österreichischen Journalisten Club und APA-OTS Originaltext-Service
und findet jeden ersten Mittwoch im Monat statt.
Im Weblog http://treffpunktradio.ots.at finden sich Berichte und
Audiobeiträge von den vergangenen Veranstaltungen des Treffpunkt
Radio. Dort können Userinnen und User über eine Posting-Funktion
nicht nur direkt mit den Macherinnen und Machern des Treffpunkt Radio
in Kontakt treten, sondern auch untereinander Meinungen austauschen.
Der nächste Treffpunkt Radio findet am 3. März statt.
Bestellungen des Treffpunkt Radio-Newsletters:
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OTS0145 2010-02-04/12:39
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